7 Jun 2026
EuGH-Urteil C-440/23 bestätigt deutsche Verbote bei Online-Glücksspielen und eröffnet Rückforderungswege für Spieler

Am 16. April 2026 fällte der Europäische Gerichtshof in der Rechtssache C-440/23 eine Entscheidung, die deutsche Regelungen zu Online-Casino-Spielen, virtuellen Automaten und bestimmten Wettformen bestätigt und gleichzeitig zivilrechtliche Rückforderungen von Verlusten ermöglicht. Das Urteil stellt klar, dass EU-Recht Deutschland nicht daran hindert, solche Angebote zu untersagen, um das Spiel in regulierte Bahnen zu lenken und illegale Märkte einzudämmen. Verträge mit nicht lizenzierten Anbietern bleiben nach deutschem Recht nichtig, während Spieler über Ansprüche nach §§ 134 und 812 ff. BGB Einsätze zurückfordern können, ohne dass diese als missbräuchlich gelten – selbst gegenüber maltesisch lizenzierten Betreibern.
Hintergrund des Verfahrens und nationale Rechtslage
Das Verfahren betraf die Frage, ob EU-Vorgaben nationale Verbote bei Online-Glücksspielen einschränken und ob Rückerstattungsansprüche von Spielern gegen unlizenzierte Plattformen bestehen bleiben. Deutsche Gerichte hatten bereits zahlreiche Fälle anhängig, in denen Verluste vor dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 geltend gemacht wurden. Das EuGH-Urteil stützt die Position, dass solche zivilrechtlichen Ansprüche weiterhin durchsetzbar sind und Tausende laufender Verfahren in Deutschland beeinflussen. Experten verweisen darauf, dass die Entscheidung die Spielräume der Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung illegaler Angebote stärkt und gleichzeitig Verbraucherrechte sichert.
Details der EuGH-Entscheidung und ihre unmittelbaren Auswirkungen
Der Gerichtshof stellte fest, dass das deutsche Verbot mit EU-Recht vereinbar bleibt und dass die Nichtigkeit von Verträgen mit unzulässigen Anbietern keine missbräuchliche Ausübung von Rechten darstellt. Spieler können daher gezahlte Beträge auch dann zurückverlangen, wenn die Anbieter über eine maltesische Lizenz verfügen. In der Praxis bedeutet dies für die anhängigen Verfahren, dass Gerichte in Deutschland die Ansprüche nun einheitlicher behandeln können. Beobachter berichten, dass seit dem Urteil im April 2026 bereits erste Instanzgerichte auf diese Rechtsprechung Bezug nehmen und Verfahren beschleunigen. Bis Juni 2026 haben sich mehrere Oberlandesgerichte mit ähnlichen Konstellationen befasst und die Rückforderungsmöglichkeiten bestätigt.

Rechtliche Konsequenzen für Spieler und Anbieter
Die Entscheidung hat direkte Folgen für Verbraucher, die vor 2021 bei nicht lizenzierten Plattformen gespielt haben. Ansprüche nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch bleiben bestehen und können ohne Einschränkung durch EU-rechtliche Einwände geltend gemacht werden. Anbieter, die ohne deutsche Erlaubnis tätig waren, sehen sich verstärkten zivilrechtlichen Risiken ausgesetzt. Gleichzeitig unterstreicht das Urteil die Befugnis der Mitgliedstaaten, eigene Schutzmechanismen aufrechtzuerhalten und illegale Märkte einzudämmen. Statistiken aus dem deutschen Glücksspielmarkt zeigen, dass ein erheblicher Teil der vor 2021 getätigten Einsätze über nicht regulierte Kanäle lief und nun Gegenstand von Rückforderungsverfahren sein kann.
Aktuelle Entwicklungen bis Juni 2026
Seit der Verkündung des Urteils im April haben sich die Rahmenbedingungen für laufende Verfahren in Deutschland weiter konkretisiert. Gerichte nutzen die EuGH-Rechtsprechung, um Verfahren zu vereinheitlichen und Verzögerungen zu vermeiden. In mehreren Bundesländern wurden Musterverfahren angestoßen, die als Orientierung für ähnliche Fälle dienen sollen. Die Entscheidung hat auch Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen deutschen Aufsichtsbehörden und ausländischen Lizenzgebern, da grenzüberschreitende Angebote nun klarer bewertet werden können. Bis Juni 2026 zeichnet sich ab, dass die Zahl der eingereichten Rückforderungsklagen weiter ansteigt und die Gerichte zunehmend auf die EuGH-Vorgaben zurückgreifen.
Schlussfolgerung
Das EuGH-Urteil in der Rechtssache C-440/23 schafft eine klare Grundlage für die deutsche Glücksspielregulierung und die damit verbundenen zivilrechtlichen Ansprüche. Es bestätigt die Zulässigkeit nationaler Verbote und ermöglicht gleichzeitig die Durchsetzung von Rückforderungen für Verluste vor 2021. Die Entscheidung beeinflusst Tausende anhängiger Verfahren und stärkt die Position der Spieler gegenüber unlizenzierten Anbietern. Weitere Informationen finden sich in der PRESS RELEASE No 53/26 des EuGH. Die Entwicklungen bis Juni 2026 zeigen, dass die Rechtsprechung bereits in der Praxis Anwendung findet und die rechtliche Landschaft im deutschen Online-Glücksspielmarkt nachhaltig prägt.